1130 Hietzing, Beverly Hietzing

Hietzing, oder auch gerne das Beverly Hills Wiens genannt, ist wohl am besten für feine Villen und davor parkende Bonzenautos bekannt. Der 13. Bezirk ist das Reichenviertel schlechthin mit riesigen, alten Gebäuden und sich aneinanderreihenden Familienhäusern, wo eigentlich drei Familien reinpassen würden. Privatkindergärten gibt es en masse, genauso wie teure Einzelwarengeschäfte. Ein Paradies für Wohlhabende, oder die die es gerne sein würden.

Mehr oder weniger interessant ist auch, dass sich einige Botschaften und somit auch etliche Diplomaten in Hietzing angesiedelt haben, was dem allgemeinen Ruf nicht gerade entgegenwirkt.

Die Polnische Botschaft an der Hietzinger Hauptstraße, ein Sammelplatz für Diplomaten

Der 13. Bezirk ist jedoch nicht nur bekannt für reiche Familien, sondern auch für Pensionistenmassen.

„Bei meinem Wocheneinkauf vorgestern, fiel mir nach einigen Minuten im Geschäft erst auf, dass ich so ziemlich die einzige unter 60 dort war. Ich habe ja die Theorie, dass an der Straßenbahnlinie 10 nur die neuen, barrierefreien Bahnen verkehren, eben wegen den Pensionisten! “

berichtet Luzia, Studentin wohnhaft in Hietzing.

Das klingt nach einer logischen Theorie, geht man nach den allerseits, oben genannten Klischees, dass so gut wie nur Familien mit fancy Kinderwägen und Pensionisten den Bezirk bewohnen.
Wie kommt es aber eigentlich dazu, dass der 13. Bezirk  so bekannt ist für offensichtlich Wohlhabendere? Öffnet man seinen Tunnelblick an Klischees etwas, wird einem klar, dass nicht nur der Lainzer Tiergarten, der ein Entkommen aus der geschäftigen Stadt Wiens bietet, sondern dass auch das weltberühmte Schloss Schönbrunn in Hietzing residiert.
Somit lässt sich also daraus schließen, dass die Wiener wohl schon immer den Eindruck hatten, dass die Reichen und Schönen sich um das Schloss Schönbrunn, im 13. Bezirk, niederlassen.

Eines der beliebtesten Touristenziele in Wien, das weltbekannte Schloss Schönbrunn und der Schönbrunner Garten

Sieht man sich jedoch einmal im gesamten 13. Bezirk um, fällt auch eine andere, weniger charmante Seite auf. Entlang des Hietzinger Kais, der sich neben dem Wienfluss und der U-Bahnlinie 4 erstreckt, sind einige nicht so reizvolle Plattenbauten errichtet worden. Will man also von der U-Bahnstation ins Herz des schönen 13. Bezirks spazieren und steigt man nicht gerade direkt in Hietzing aus, sondern an einer der nachfolgenden Stationen, muss man gezwungenermaßen durch eine dieser nicht sehr prunkvollen Seitenstraßen gehen. Diese bieten nicht gerade einen Anblick auf Hietzinger Niveau.

Dennoch ist aus eigener Erfahrung und durch mehrere Quellen hervorgehend zu sagen, dass genau diese, im Vergleich zum Rest der Villen Hietzings, schäbigen Bauten eine regelrechte Fundgrube an leistbaren Wohngemeinschaften für Studenten sind. Manchmal muss man zwar den, besonders nachts, fast schon ohrenbetäubenden Lärm des vielbefahrenen Hietzinger Kais in Anspruch nehmen, jedoch sind die Mietpreise dies eindeutig wert. Und dank der U4 direkt neben der Haupteinfahrtsstraße West-Wiens hat man noch dazu die perfekten Anschlüsse in die Innenstadt.
Ein weiterer Tipp sind die nicht vorhandenen Parkgebühren im gesamten 13. Bezirk: Ein Pendlergenuss.
Nichts desto trotz überwiegen in Hietzing riesige Villen und beim Joggen hilft man schonmal ein oder drei Omis und Opis über die Straße.

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