Bezirksklischee 1090

Der 9. Bezirk in Wien heißt Alsergrund und ist seit 32 Jahren meine „Heimat“.

Ursprünglich komme ich aus Niederösterreich. Als ich Anfang der 1980er Jahre nach Wien übersiedelt bin, hatte ich wenig Ahnung, welche Bezirke welches Image haben. Damals habe ich eine Wohnung im 16. Bezirk gefunden, in Ottakring. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und es lustig gefunden, dass ich oft die „jugoslawische“ Sprache in der Straßenbahn oder auf der Straße gehört habe. Ich hatte nämlich gute Kenntnisse in Russisch, hatte kurz zuvor in Russisch maturiert und fand eine große Ähnlichkeit mit „Jugoslawisch“.

Danach bin ich in den 13. Bezirk gezogen, anschließend war ich im 8. Bezirk und nun wohne ich also seit 1986 im 9. Bezirk.

Klischees über 1090:

Klischees, die ich seinerzeit kannte waren: ein Spitalsbezirk, wegen dem Allgemeinen Krankenhaus und ein Bezirk, in dem Medizinstudierende wohnen bzw. anzutreffen sind. Einige Medizinischen Uni-Institute waren schon damals auf der Währinger Straße.

Außerdem kannte ich die Strudelhofstiege, das architektonische Meisterwerk, dem bekanntlich ein berühmter Roman von Heimito von Doderer gewidmet ist. Architektonisch berühmt ist auch die heutige U-Bahnlinie U6, die entlang der nördlichen Bezirksgrenze entlang des Gürtels verläuft. Sie ist Teil der alten Stadtbahn, wie sie von Otto Wagner geplant war. In dieses Projekt waren zeitweise bis zu siebzig Mitarbeiter beschäftigt und es entstanden nach sechs Jahren Bauzeit neben Viadukten, Brücken und Galerien auch (auf der heutigen U6) sechs Stationen, die in einem Übergangsstil zwischen Späthistorismus und Jugendstil gehalten sind.

Last but not least, gab und gibt es auch eine kulturelle Konnotation mit dem Bezirk, durch die Volksoper. Das Haus war ursprünglich ein Sprechtheater, Es wurde zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. als „Kaiserjubiläum-Stadttheater in nur 10 Monaten errichtet und am 14. Dezember 1898 eröffnet. Der Beginn dieses Theaters war von Niederschlägen gekennzeichnet. Zum einen ist der Kaiser der Eröffnung fern geblieben und zum anderen folgte nach knapp fünf Spieljahren der erste Konkurs. Seit 1908 heißt dieses Haus Volksoper und bringt neben Opern und Operetten auch Ballett und Musicalaufführungen.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.